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Die komplette Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien galt bislang als frommer Wunsch. Laut Umweltbundesamt könnte das Ziel schon 2050 erreicht werden - trotz des Mehrbedarfs durch Elektroautos. von Kai Beller Berlin
Der Strom für Deutschland könnte ab 2050 nach Einschätzung des Umweltbundesamt (UBA) komplett aus Wind, Wasser oder Sonne kommen. Das sei mit der bereits jetzt am Markt verfügbaren Technik möglich, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth bei der Vorstellung einer Studie seines Hauses. Voraussetzung seien aber frühzeitige politische Weichenstellungen: "Je früher und entschlossener wir handeln, desto mehr Zeit bleibt und für die notwendigen technischen und gesellschaftlichen Anpassungen", sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth.
Derzeit steuern erneuerbare Energien rund 17 Prozent zur deutschen Stromversorgung bei. Die Bundesregierung will deren Anteil bis 2020 auf 30 Prozent erhöhen, auch um die Klimaschutzziele zu erreichen. Bislang ist die Stromerzeugung für mehr als 40 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Bis 2050 sollen diese um 80 bis 85 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegen.
Mit dem Ausbau des Ökostroms könnten diese Ziele erreicht werden, sagte Flasbarth. Längere AKW-Laufzeiten seien für die Umstellung auf Ökostrom nicht nötig, sie würden sogar Investitionen in erneuerbare Energien bremsen. Auch wirtschaftlich sei der Komplett-Umstieg auf regenerative Energien von Vorteil: "Die Kosten sind geringer als die Kosten, die bei einem ungebremsten Klimawandel auf uns und kommende Generationen zukommen würden", heißt es in der Studie, die aber keine konkreten Summen nennt.
"Die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung steht mehr denn je auf dem Spiel", sagte Christina Hering, Koordinatorin der Klima-Allianz, am Dienstag in Berlin. Die Koalition solle "dem breiten Wunsch der Bevölkerung nach einer Energiewende endlich Rechnung tragen und Entscheidungen nur auf Basis eines schlüssigen Konzepts und nicht aufgrund von Druck aus der Energiewirtschaft treffen", so Hering. "100 Prozent Erneuerbare bis 2050 sind machbar, wirtschaftlich, sozial und zukunftsfähig."
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